Das Tagebuch vom Drehbuch: An dieser Stelle entsteht ein nachträgliches Drehbuch zu den wiedergefundenen Filmen eines anonymen Amateurs. Arbeitstitel: Geschichten eines deutsch-deutschen Films. Dazu hier jede Sequenz der insgesamt 4 Filmrollen geordnet nach Spulenabschnitt, Schnitt für Schnitt.
Eine doppelte und (auf-)geteilte Geschichte zugleich. Eine umgekehrte, rückläufige, spiegelverkehrte und damit invertierte Geschichte, bei der Schwarz und Weiß, Innen und Außen, Form und Zwischenraum, aus ihrem Gegenteil hervorgehen, an ihm sichtbar werden. Dem liegt das skulpturale Verfahren der Umstülpung zugrunde, angewandt auf zeitbasierte Bilderfolgen.
In den Sequenzen beweglicher Bilder spiegele ich mich einerseits in meiner Suche nach dem Ursprung, der geschichtlichen Herkunft der Filme, aber auch nach einer damit zusammenhängenden zeitgeschichtlichen Authentizität im Sinne ihrer Echtheit als Originale, nach einem mir verwandten Seins- und Lebensgrund. In mir und meinem Blick spiegelt sich das Verlangen nach Unsterblichkeit des Amateurfilmers mit dem Leitmotiv, sich selbst, das eigene Leben und die Familie festzuhalten, sich darin zu verewigen und in die Geschichte einzugehen, sich damit einen Vorsprung in der Erinnerung des Publikums zu verschaffen.
Er filmt, ich führe vor; er hält die Kamera, ich lenke den Projektor: In diesem Zeitsprung holen wir uns gegenseitig ein, vorwärts und rückwärts, auf der jeweils gegenüberliegenden Seite des doppelt konfektionierten Schmalfilmstreifens, der Fahrbahn seiner Reisen durch die Heimat (Weg und Film als Bild für Bewegung, bewegte Bilder – Road-Movie). Aus seiner Montage entsteht mein Manuskript und umgekehrt.
Journal of a script: Here a post-transcript-script of the found footage by some anonymous amateur is to come up on a diary basis. Working title: Stories of an East-West German film. Each sequence is organized by the segments of all 4 reels, cut by cut, and presented here.
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